Der Pullover von Zalando, Elektronik von AliExpress, die Kopfwehtablette von Shop-Apotheke, Deko von Shein und die Zahnpasta bei Amazon bestellt – einkaufen gehen war gestern, heute wird von der Couch aus geshoppt.
Der stationäre Handel stöhnt, versucht, wo geht, mit persönlicher Beratung zu punkten, und gerät, weil halt Mitarbeiter, Vermieter sowie Strom- und Wärmelieferanten unglücklicherweise pünktlich ihr Geld haben möchten, doch immer weiter unter Druck.
Parallel dazu wachsen die Berge mit Elektroschrott, minderwertiger Kleidung und Deko-Krimskrams in den Himmel. Wertigkeit wurde vom Übermaß längst abgelöst.
Ich kann’s drehen und wenden wie ich will: Vor dem Licht, dass die seit 1. Oktober in Kraft getretene Paketsteuer allein 15 großen Online-Handelsriesen und Marktplätze trifft, deren inländischer Versandhandels-
umsatz über 100 Millionen Euro liegt, bin ich ein echter Fan dieser Maßnahme.
Wer die Welt vermüllt, soll zahlen. Wer trotz Millionengewinnen kaum etwas zur nationalen Wertschöpfung beiträgt, soll zahlen. Und wer dem lokalen Handel, der Arbeitsplätze schafft, Lehrlinge ausbildet und Orte belebt, das Wasser zum Leben abgräbt – erst recht.
Wenn diese Steuer bewirkt, dass sich mancher von der Couch erhebt, um Einkäufe wieder in Vor-Ort-Geschäften zu tätigen, beinhalten die 2,40 Euro ein Packerl Vernunft. •
