Der österreichische Agrarminister Totschnig will „pflanzliche Würstel und Burger“ verbieten. Nein – es handelt sich um keine gesundheitliche Debatte, sondern um eine philosophische.
Denn es geht um Begrifflichkeiten. Minister Totschnig fordert, dass vegane Ersatzprodukte keine fleischbezogenen Bezeichnungen mehr erhalten dürfen – kein veganes Schnitzel, keine veganen Würstchen mehr. Begründung: Diese Bezeichnungen seien irreführend und Gott bewahre, dass versehentlich zu einem veganen Schnitzel gegriffen wird. Um die Bevölkerung davor zu schützen, setzt Totschnig sich für all jene ein, die das „Vegan“ beim veganen Schnitzel überlesen. Verzeihen Sie den Sarkasmus.
Offensichtlich ist, dass Minister Totschnig mit dieser Forderung (s)eine Überzeugung durchsetzen will. Denn niemandem ist geholfen, wenn das vegane Schnitzel Pflanzenpressplatte heißt – im Gegenteil. Firmen, die vegane Produkte anbieten, wird mehr Bürokratie aufgehalst, während Konsumenten, die Ersatzprodukte konsumieren, die Suche nach passenden Fleischalternativen erschwert wird.
Anstatt Anbietern veganer Produkte Steine in den Weg zu legen, sollte Totschnig seinen eigentlichen Arbeiten nachgehen, wie etwa dem Umwelt- und Klimaschutz. Innovative Unternehmen und Firmen, die Alternativen suchen, sollten gefördert werden und nicht bekämpft. Denn durch den Verzicht auf tierische Produkte werden nachweislich Treibhausemissionen reduziert, Land- und Wasserverbrauch gesenkt und die Biodiversität gefördert. •
