Die letzte Gemeinderatssitzung, die auf einen Bürgermeisterwechsel zwischen Hannes Schlag und Goran Fofonjka abzielte, endete mit einem Knalleffekt. Nun wird ein neuer Anlauf genommen, um Stabilität zu schaffen.
Ordnungsgemäß legte Hannes Schlag bei der Gemeinderatssitzung am Freitag, 27. Februar, sein Amt als Bürgermeister der Marktgemeinde Pölfing-Brunn, aufgrund beruflicher Veränderungen, die mit einem zeitlichen Mehraufwand einhergehen, nieder. Ordnungsgemäß übernahm Vzbgm. Matthias Prutti den Vorsitz und danach ging alles schnell. Mit den Worten: „Ich nehme alle weiteren Punkte von der Tagesordnung und schließe die Sitzung mit der Begründung, dass mit der FPÖ Pölfing-Brunn keine ausreichenden Verhandlungen geführt wurden, nicht alle Gemeinderäte anwesend sind und wir und die Bevölkerung unzureichend über die Pläne des zur Wahl stehenden Bürgermeisterkandidaten Goran Fofonjka informiert wurden.“
Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, denn betretenes Schweigen durchzog den Raum, in dem auch BH-Stv. Mag. iur. Franz Krieger bereits anwesend war, der die Angelobung hätte vornehmen sollen. Diese wird sich nun verzögern. Denn was es jetzt in Pölfing-Brunn gibt, ist Gesprächsbedarf an allen Ecken und Enden.
Kein gutes Signal
„Ich bin überrascht von dem, was hier passiert ist. Damit hat aus unserer Fraktion niemand gerechnet. Es ist kein gutes Signal für unsere Gemeinde“, kommentiert GK Michael Strametz vonseiten der Pölfing-Brunner-SPÖ (5 Mandate), für den sich hier nun die Frage aufwirft, ob damit, die bei der letzten Wahl eingegangene Koalition zwischen ÖVP (7 Mandate) und FPÖ (3 Mandate), zu Bruch gegangen ist.
FPÖ wirft ÖVP Koalitionsbruch vor
Laut schriftlich vorliegendem Statement von Vzbgm. Prutti ist diese Frage klar, mit einem „Ja“ zu beantworten. Wörtlich heißt es darin: „Der Bürgermeisterkandidat beziehungsweise die ÖVP insgesamt hat sich im Vorfeld mit uns nicht ausreichend beraten. Dadurch konnte die FPÖ Pölfing-Brunn nicht abschätzen, welche Ziele der Kandidat künftig für Pölfing-Brunn verfolgen wird. Allein das war für uns bereits ein Koalitionsbruch.
Auch zuvor waren die Gespräche zwischen ÖVP und FPÖ über Sachthemen stets sehr dürftig. Die ÖVP hat anfangs der Koalition zugesagt, uns bei Vorberatungen über wichtige Entscheidungen mit einzubeziehen. Dies war damals Voraussetzung für unsere Unterstützung von Hannes Schlag zur Wahl zum Bürgermeister. Letztendlich hat uns die ÖVP dann nur sehr spärlich mit Informationen versorgt und uns immer mehr ausgegrenzt. Auch das werten wir als Koalitionsbruch“.
ÖVP sieht kein Versäumnis
Vonseiten der örtlichen ÖVP wiederum kann man diese Darstellung der FPÖ Pölfing-Brunn nicht nachvollziehen. „Bereits im Herbst hat Bürgermeister Hannes Schlag intern bekanntgegeben, aus beruflichen Gründen zurücktreten zu wollen, und mich als seinen Nachfolger vorgeschlagen. In diesem Zusammenhang hat auch ein persönliches Gespräch mit Vizebürgermeister Matthias Prutti stattgefunden, in dem er seine Unterstützung für das geplante Vorgehen und meine Person ausdrücklich bekräftigt hat. Seither gab es einen laufenden Austausch zwischen den Fraktionen. Dabei wurden seitens der FPÖ auch Vorschläge für die weitere Zusammenarbeit und die Vorbereitung von Gemeinderatssitzungen eingebracht. Diese Punkte wurden von uns aufgegriffen und berücksichtigt, weil für die ÖVP stets eine konstruktive und verlässliche Zusammenarbeit im Vordergrund steht“, betont Goran Fofonjka in seiner Funktion als ÖVP-Ortsparteiobmann.
Enormer Gesprächsbedarf
In den nächsten Tagen und Wochen wird in Pölfing-Brunn viel miteinander geredet werden. „Für mich steht im Mittelpunkt, rasch zu geordneten Verhältnissen zurückzukehren. Dafür stehe ich jederzeit für Gespräche im Sinne unserer Gemeinde und ihrer Bürger bereit“, unterstreicht Fofonjka. In dieselbe Kerbe schlägt auch die SPÖ. Strametz: „Nun sind Gespräche in der eigenen Fraktion und mit den anderen Fraktionen nötig. Wir sind gesprächsbereit und bemüht für Stabilität zu sorgen.“
Auf im Vorfeld mangelnde Kommunikation berufend, ist für Prutti klar: „Die FPÖ Pölfing-Brunn wird den Bürgermeister-Kandidaten erst dann unterstützen, wenn er sich der Öffentlichkeit präsentiert, seine Pläne darlegt und insbesondere die von uns geforderte Realisierung konkreter Maßnahmen zum Hochwasserschutz in unserem Heimatort zusagt. Bei Vorliegen aller Voraussetzungen werde ich selbstverständlich umgehend eine Gemeinderatssitzung mit der Wahl eines neuen Bürgermeisters ausschreiben.“
Laut letztem Informationsstand der Redaktion wurden konstruktive Gespräche bereits geführt und Wogen geglättet. Erste Schritte für die nächste Gemeinderatssitzung wurden eingeleitet. •




ÖVP-GR Hannes Schlag, FPÖ-Vzbgm. Matthias Prutti, SPÖ-GK Michael Strametz und ÖVP-GR Goran Fofonjka