Die Regionalzeitung der Süd-Weststeiermark - Auflage: 40.000 Stück

Nächste Ausgabe: 25. Mai 2022

Wirtschaftsbundobmann Gunther Riedlsperger hatte ein hochkarätiges Referententrio auf die Burg Deutschlandsberg gebracht: Volksanwalt Werner Amon, Bezirkshauptfrau Doris Bund und Univ.-Doz. Erwin A. Schmidl beleuchteten Österreichs Verwaltung aus verschiedenen Blickwinkeln.

Stand im Herbst die Knappheit an Arbeitskräften in der Steiermark im Mittelpunkt, setzte der jüngste WB-Infoabend die Verwaltung Österreichs, die im internationalen Vergleich als vorbildlich gilt, in den Mittelpunkt.

Einen kurzweiligen Abend konnten die Besucher, welche der Einladung von WB-Stadtgruppenobmann Gunther Riedlsperger gefolgt waren, jüngst auf der Burg Deutschlandsberg erleben, war der Reigen der Vortragenden doch hochrangig besetzt, die Themen teilweise brisant.
Deutschlandsbergs neue Bezirkshauptfrau Doris Bund – selbst auch „nebenberuflich“ Unternehmerin, wie Riedlsperger in der Vorstellung anmerkte – machte den Anfang. Sie gab nicht nur Einblick in Organigramm, Kompetenzen und Bürgerservice der Bezirksverwaltungsbehörde, sondern konnte auch – aufgrund ihrer großen Berufserfahrung – einen kurzen Einblick in ihren Führungsstil sowie die veränderten Aufgaben in Zukunft geben.
Durch die traurige aktuelle Entwicklung mit dem Ukraine-Krieg waren die Ausführungen von Univ.-Doz. Erwin A. Schmidl besonders spannend. Er war bis vor wenigen Monaten noch Leiter des Institutes für Strategie und Sicherheitspolitik in der Landesverteidigungsakademie und konnte daher wesentliche Hintergrundinformationen einfließen lassen.

Die Ukraine war immer schon „Spielball“

Der profunde Kenner internationaler Zusammenhänge zitierte dabei die ehemalige Außenministerin Kneissl, welche die Meinung vertritt, dass uns jetzt die Folgen des 1. Weltkrieges einholen. Seine Ausführungen, die sich über die diversen Herrschaftsansprüche im ukrainisch-osteuropäischen Raum erstreckten, erhellten auch die aktuellen Ereignisse. Schmidl stellte fest, dass die Ukraine schon immer ein Spielball zwischen verschiedenen Mächten war, was sich nunmehr auf schreckliche Weise wiederhole.
Volksanwalt Werner Amon brachte den Besuchern die Aufgaben und Herausforderungen der Volksanwaltschaft näher, die 1977 gegründet mittlerweile tief in Österreichs Gesellschaft verankert ist.

Das Jahr 2021 in der Volksanwaltschaft

Mehr als 23.000 Menschen wandten sich an die Volksanwaltschaft
• 95 Beschwerden pro Arbeitstag
• Eingeleitet wurden Prüfverfahren bei 49 Prozent der Beschwerden
• Nicht weniger als 1.834 Missstandsfeststellungen waren das Ergebnis
• Weiters 86 amtswegige Prüfverfahren
• Die Volksanwaltschaft führte 112 Sprechtage durch und nahm 570 Kontrollen in Einrichtungen vor.

Die hauptsächliche Beschwerdeführung im Rahmen der Corona-Pandemie reichte laut Volksanwalt Amon von Besuchs- und Ausgangsverboten in Alten- und Pflegeheimen, den Corona-Hilfspaketen in Unternehmen über Belange in Sachen Homeschooling und Zentralmatura. Zentrales Thema ist auch der Schutz der Menschenrechte als verfassungsgesetzlicher Auftrag seit Juli 2012.
Der kulinarische Teil der Veranstaltung im altehrwürdigen Weinkeller der Burg bot den Teilnehmern auch noch die Möglichkeit, den Abend entspannt ausklingen zu lassen.